Curated Listening

Mit Curated Listening strapaziere ich bestimmt das Verständnis für tolle Wortschöpfungen, aber um dem Prinzip des Vinyl-Abos, wie ich es hier künftig vorstellen möchte, gerecht zu werden, hole ich etwas aus und schaffe zunächst den Vergleich zum Curated Shopping:

Curated Shopping ist, wenn man Werbung und Werbern glaubt, schon lange der heiße Scheiß! Wir haben alle immeer weniger Zeit und in dieser wenigen Zeit lassen wir uns in den Werbepausen erzählen, dass man (vorwiegend als Mann) doch Zeit sparen kann, wenn man einem dieser Anbieter für Männermode vertrauen schenkt und die einem dann die Neuheiten für den Kleiderschrank “kuratieren”.

Das Prinzip ist grundsätzlich nicht verkehrt: neue Inspiration serviert bekommen, um aus dem eigenen Trott zu fallen und dann auch noch frische Shirts zu haben, toll! Funktionierte, bei den großen Beispielen für Männermode, bei mir nicht sonderlich gut.

Was hat das mit Zuhören bzw. den Eingangs erwähnten Abos zu tun?

Das Kuratieren, gerade in unserer Überflussgesellschafft, in der vor allem durch Streaming jegliche Musik einfach immer da ist und man mit seinen Streaming-Abos dann doch fortwährend nur die zehn bis zwanzig gleichen Stücke hört, kann einem die Inspiration und Überraschung wiedergeben, die man vielleicht noch aus der Zeit vor dem Streaming kannte.

Ich werde nicht Streaming verurteilen. Ich bin Fan von vielen Distributionswegen, egal ob digital oder analog. Allerdings bin ich auch ein Opfer dieser Allgegenwärtigkeit der Musik und muss mich schon förmlich zwingen, mein Streaming-Abo weitreichend zu nutzen.

Wie komme ich nun aber auf neue und aufregende Musik? Die Anzahl der Antworten kann je Typ und Nutzungsverhalten variieren. Aber wenn man mal die Maschinen, die einem auch gute Vorschläge machen, außen vor lässt und etwas nostalgisch an Plattenläden denkt, die mir z. B. die ein oder andere Überraschung bereitstellte. Dann ist der Faktor Mensch der Part, der diese Überraschung vorbereitete.
Der Plattenhändler kuratierte damals die Platten vor. Hat nach Künstler, Label oder eigenem Geschmack seinen Laden bestückt und einem Tipps gegeben, auf die man nie gekommen wäre.

Mint Magazin #9

Wenn der Postmann zwölfmal klingelt – Vinyl-Abos in der Mint #9

Dieses Prinzip versuchen einige Dienste in ihren Angeboten wieder aufzugreifen und dank der letzten Ausgabe (#9) des Mint Magazins, bin ich aktuell von der Idee ziemlich angestochen. Ich habe mir von ein paar dieser Anbieter je ein Paket bestellt und werde diese nach und nach vorstellen.

Den Anfang macht Turntable Kitchen aus den USA. Weiter geht es mit VIP Record Club aus Österreich und den Abschluss bildet Flying Vinyl aus UK.
Was fällt einem auf… Genau, kein deutscher Dienst! Sollte ich einen übersehen haben, bin ich für Tipps dankbar. Scheinbar gibt es aber keine deutschen Vinyl-Abos, warum auch immer.

Legen wir los! Zum Paket von Turntable Kitchen geht es hier lang!

tl;dr

Vinyl-Abos waren ein Thema im Mint Magazin #9. Wie diese Abos kuratiert werden und welche Besonderheiten jene haben, wird in der folgenden Serie an den Angeboten von drei Anbietern hier dargestellt. Ergänzend dazu ist der Beitrag der Mint eh zu empfehlen, die Ausgabe gibt es u. a. bei jpc.de.