Im Vorwort hatte ich angesprochen, dass mich der Beitrag über die Vinyl-Abos aus der Mint #9 angestochen hatte. Mein heimlicher Favorit in diesem Artikel war tatsächlich das Paket von Turntable Kitchen. In der Mint wurde zwar fokussiert, dass dieses Paket mit Kaffee bestückt wird. Wenn man einige Zeit auf der Seite von Turntable Kitchen ist, wird man den Verdacht nicht los, dass die Variante mit den Rezepten dort eher hervorgehoben wird.

Turntable Kitchen bietet von den von mir getesteten Paketen ein etwas breiteren Umfang an. In der Rezept-Variante sind es neben 7″ Vinyl, dem Mixtape und den Rezepten auch vereinzelte Zutaten, wie z. B. Gewürze, die man für die Rezepte benötigt.

Ich hatte mich von vorn herein für das Paket mit Kaffee, der alternativ zu den Rezepten und Zutaten geliefert wird, entschieden und am 8.1. das Paket bestellt. Die Ausgabe TK063 sollte es werden, dazu würde es 340g Kaffee von den Slate Coffee Roasters geben. Die Lieferung aus den USA hat 19 Tage gedauert und mich tatsächlich auch ohne zusätzliche Zollkosten erreicht.

Turntable Kitchen TK063

Welcome to Turntable Kitchen!

Was sich einem offenbart, wenn man das erhaltene Paket öffnet, kann man wirklich als schick und bedacht bezeichnen. Ein kurzes Intro wird in Form eines Faltblattes wiedergegebeben. In diesem ist sowohl der Hintergrund zum Release, als auch zum Kaffee erwähnt. Der obligatorische Flyer ist vor allem auf die Social Media Kanäle von Turntable Kitchen ausgerichtet. Das man dann noch die 7″ und den Kaffee zusammen in Seidenpapier einwickelt, macht das Erscheinungsbild irgendwie zwar rund, ich fragte mich aber auch was das soll.

Turntable Kitchen Release TK063 - Please, Please, Please – A Tribute To The Smiths

Turntable Kitchen Release TK063 – Please, Please, Please – A Tribute To The Smiths

Wo fängt man jetzt an? Brühe ich mir erst einen Kaffee auf, check ich das Mixtape oder lege ich die Platte auf?
Das Mixtape

Eine kleine Enttäuschung gab es zugleich, als ich das Mixtape herunterladen wollte. Während die 7″ auf dem Teller lag, loggte ich mich bei Turntable Kitchen ein und war auf der Suche nach dem Download. Abgesehen davon, dass deren Seite etwas rumzickte und ich mich sechs mal einloggen musste, bis ich zum Mixtape gelangte, war kein Download zu finden. Das Mixtape ist “nur” eine Spotify Playlist. Da hatte ich ein DJ-Set erwartet, aber was soll’s.

Back Cover der TK063 und Wegweiser zum Mixtape

Back Cover der TK063 und Wegweiser zum Mixtape

Die Platte

überraschte mich auf der A-Seite, im Song Panic von Kitten, mit der “Hang the DJ” Hook, die ich nur zu gut aus der 2manyDJs Mixserie “Hang All DJ’s” kannte, welche wiederum das Original von The Smiths benutzten. Da hörte dann aber auch leider schon das Vergnügen für mich auf.

Alle vier Stücke auf der Platte waren eher geläufiger Indie-Rock, der mich nicht sonderlich ansprach. Von der A zur B-Seite schien sich die Langeweile sogar noch etwas zu verstärken und mein Grundverständnis von kuratierter Musik, wie ich es zuvor vielleicht etwas naiv beschrieb, ist mit diesem Abo wirklich nicht erfüllt. Leider, denn Aufmachung und Details des Gesamtpaketes sind toll.

Hintergrund des Releases ist laut Turntable Kitchenn ein besonderer: da man gerade erst ein neues Produkt mit Sounds Delicious schuf, hat man dessen Prinzip auch für die Ausgabe TK063 angewandt. Bei Sound Delicious wird von deren Künstler ein Album von z. B. Tom Pettys Full Moon Fever gecovert und das gleiche Prinzip ist auf der Please, Please, Please zu hören: A Tribute To The Smiths.

Please, Please, Please: A Tribute To The Smiths

Please, Please, Please: A Tribute To The Smiths

Der Kaffee

Turntable Kitchen macht bei den Rezepten bereits deutlich, dass dort auf bewusste Ernährung gesetzt wird. Der Kaffee soll ebenso bewusst konsumiert werden.
Die Slate Coffee Roasters werden als kleine Rösterei beschrieben, die einen besonderen Kontakt zu den Kaffeeproduzenten hält. In diesem Fall ist es Las Lajas aus Costa Rica, deren Finca San Luis nun in meiner Kaffeemühle gemahlen wird.

Die Bohne ist heller, als die Bohnen, die ich sonst habe. Die Crema nach dem Brühen ist wirklich sehr gut, der Geschmack erinnert leider etwas zu sehr an Mokka. Die Angaben zur Sorte, Mischung und Röstung sind recht vage, lassen eventuell den Rückschluss auf einen höheren Anteil Robusta zu. Sicher bin ich mir nicht, nur, dass der Kaffee keiner meiner Favoriten wird.

Fazit

Das Paket kostete 46 Euro und ist durch den Versand natürlich künstlich verteuert. Die Kaffee-Variante kommt regulär ohne Versandkosten rund 23 Euro und auch wenn die Neugier die Versandkosten zunächst rechtfertigen, ist der Kostenfaktor bei diesem Paket ungleich der Leistung. Vor allem gibt es Abzüge beim Mixtape. Die Erwartungshaltung war da größer und vielleicht auch von mir falsch interpretiert.

Die 7″ und der Kaffee sind grundsätzlich 23 Euro wert. Das mir die Platte nicht gefiel, ist dann eher Pech, als ein Manko des Pakets. Beim Kaffee hatte ich ehrlicher Weise keine großen Erwartungen und wurde somit nicht zu sehr enttäuscht. Die Erwartung war gering, da USA und Kaffee seit Starbucks einfach klar unkompatibel sind. Versuchen musste ich es trotzdem.

Wer selbst den Versuch machen möchte, ist vielleicht mit einer der folgenden Ausgaben des Turntable Kitchen Abos besser bedient, als ich mit dieser. Das Kaffeepaket sollte nur der buchen, der mutig ist, ich würde nun eher das Rezeptpaket empfehlen. Um sich darüber vorweg ein Bild zu machen, bietet sich deren Rezeptrubrik an.

Die nächste Folge wird der Welcome Vinyl Box vom VIP Record Club aus Österreich gewidmet. Das erste Reinhören verspricht jetzt schon, dass es musikalisch weit interessanter wird!