Smartwatches sind mir ein Rätsel! Zwar habe ich es vor einiger Zeit selbst mit einer probiert, nach wenigen Wochen dann doch keine Notwendigkeit für mich gesehen und das Ding wieder verkauft. Bei regulären Armanduhren sehe ich es naturgemäß etwas anders. Deren Berechtigung ist allein dadurch gegeben, dass sie schnell die Zeit mitteilen können. Wobei es hier jetzt um die eher langsame Art geht.

Ich las irgendwann, dass „die Armbanduhr“ ein Merkmal ist, das bei einem Handschlag etwas über den Charakter aussagt. Der Handschlag selbst ist demjenigen, der dies schrieb, anscheinend nicht genug. – Es ging in der Aussage eher in Richtung Luxusuhren, die vor allem dem Mann ab irgendwas mit Ende 30 stattlich wirken lassen würde. Die Ende 30 habe ich zwar nun inne, aber mit einer Omega kann ich mich als Statussymbol nicht anfreunden. Auch wenn ich fast auf die Product Placement Szene in Casino Royale reinfiel. Mich sprechen eher die smarten Uhren an, die in Richtung Qlocktwo W oder slow gehen!

Ich denke, ich habe vor rund drei Jahren das erste mal von den slow Uhren gehört und habe die Idee dahinter nicht gleich gegriffen. Durch einen Zufall wurde ich dann Ende letzten Jahres wieder auf slow aufmerksam und von dem langsamen Zeiger, der für eine Runde den ganzen Tag benötigt, überzeugt!

Grundsätzlich ist mein Zeitgefühl ganz gut, wenn ich aber Langweile oder Stress habe, kann es sein, dass ich alle zwei Minuten auf die Uhr schaue. Warum auch immer? – Es schreit einen förlich an: genau dafür wurde diese Uhr konzipiert! Würde man alle paar Minuten auf die Uhr schauen, merkt man schnell, dass da nichts passiert. Der Zeiger bewegt sich nicht spürbar! „… lass es sein, Olli, mach keinen Sinn!“

Dies soll mit einer slow auch noch gut aussehen und dafür bieten die Macher ein umfangreiches Portfolio von rund 45 Uhren. Das Ur-Modell, die slow Jo 38 ist die kantige Version, die später auch noch als 34er slow Mo Version folgte. Die Zahlen geben die Breite des Modells an und die 34er ist entsprechend für das schmalere Handgelenk.

Die slow O folgte in diesem Jahr und unterscheidet sich nicht nur durch den runden Korpus deutlich von der Jo und Mo. Das eingelassene Glas und das Ziffernblatt mit den aufgesetzten Elementen geben der Uhr einen eigenen Charakter und lässt sie durchaus hochwertiger erscheinen.

Alle angebotenen Modelle lassen sich durch weitere Armbänder anpassen, sodass man die vorhandenen Versionen nach eigenem Belieben etwas anpassen kann.

Anfänglich hatte ich mir die slow Jo 03 zugelegt. Das schlicht schwarze Modell ist komplett aus rostfreiem Edelstahl und musste zunächst im Uhrenladen angepasst werden, um die Länge das Armbandes zu korrigieren. Wobei die Passform für mein Handgelenk noch immer nicht perfekt ist, was soll’s. Dann soll die Uhr tatsächlich bis zu 100m wasserdicht sein, was mir schon recht egal ist.

Was etwas stört, ist das hervorstehende und abgerundete Glas. Dadurch sind die Zahlen des Ziffernblattes bei gewissen Blickwinkeln etwas undeutlich zu erkennen. Wobei, wen schert es, wenn man eh schon nicht die genaue Uhrzeit lesen möchte?

slow Jo 03

Als die slow O rauskam, brauchte ich mich nicht mit wenigen, eilig herbei geführten Ausreden selbst davon überzeugen, mir die O 10 zu holen. Die Uhr ist annähernd der direkte Kontrast zur Jo. Ein sanfter, runder Korpus umschließt das Ziffernblat mit hervorgehobenen Ziffern und Markern. Das Glas ist eben im Korpus eingelassen und das Gewicht beträgt im Vergleich zur Jo nur die Hälfte. Wobei es auch die O in der schweren Fassung mit Metallarmband gibt.

Ich bevorzuge keine der Uhren. Es ist tatsächlich ein Stimmungsding, ob oder wann ich welche trage. Beide haben mit ihren Attributen je eine eigene Berechtigung und darüber hinaus bleibt die erwähnte Möglichkeit der Anpassung, durch weitere Armbänder.

Man legt sich damit nicht so sehr fest, wie man es mit einer Omega machen würde und es ist daher auch eher möglich, das man zwei oder drei davon rumliegen hat, auch wenn eine 280 Euro kosten kann.

Die Reaktionen beim Händedruck sind, seitdem ich slow Uhren trage, gemischt. Oft fragt man mich, was mit der Uhr los ist. Ich antworte dann häufig, dass es für den zweiten Zeiger einfach nicht gereicht hat. Ab und an erkennen welche die Uhr und sind positiv überrascht. Insgesamt herrscht aber Unverständnis, wie man damit die Zeit lesen kann… vielleicht will ich das gar nicht?

Ab 230 Euro geht es auf der slow Website oder Amazon los.