Vor einiger Zeit ritt mich der Gedanke, Amazon nicht mehr so zu benutzen, wie ich es tat. Praktisch täglich und praktisch alles habe ich über Amazon bestellt. Warum? Weil der Konzern es geschafft hat, seine Prozesse auf die Bedürfnisse des Kunden hin zu optimieren und man sich dort wirklich kaum um etwas Gedanken machen muss. Außer vielleicht, dass Bezos von dem erwirtschafteten Geld einen Riesen-Fallus ins All schicken möchte, neben zwei, drei anderen Sachen.

Ich fing mit dem an, was ich annähernd täglich in der Hand halte, meinem Kindle. Auch hier macht Amazon einiges richtig, was andere nicht oder nicht so gut können. Neben DRM störte mich bei Amazons Büchern bis dahin nicht wirklich viel und über DRM muss man sich kaum Gedanken machen, wenn man in der Kindle-Welt bleibt. Dazu gehe ich ein anderes Mal ins Detail.

Ich wollte nun den größtmöglichen Kontrast. Anstatt einen Space-Fallus zu finanzieren, sollte das von mir für Bücher eingesetzte Geld für etwas Gutes genutzt werden. Und, überraschender Weise, ist die Auswahl alternativer Buchläden, die von ihren Umsätzen einen Teil für Gemeinnütziges aufwenden, gar nicht so klein.

Zumeist wird buch7 als faire Alternative zu Amazon genannt. buch7 propagiert, dass sie 75 % ihres Gewinnes für die Unterstützung sozialer, kultureller und ökoligischer Projekte einsetzen. Zwei Punkte waren für mich bei buch7 aber nicht rund. Ich lese vorwiegend eBooks und deren Sortiment dahingehend ist überschaubar. Und die Aussage „75 % von unserem Gewinn …“ wird vom Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen als intransparent angesehen. Je nachdem, wie man sich seinen Unternehmensgewinn ausrechnet, kann das auch einfach mal nichts sein.

Besser macht es u. a. fairbuch.de, die grundsätzlich 2 Prozent des Einkaufswertes an die Kindernothilfe schicken.

fairbuch.de nutzt die White Label Lösung von Libri. Was bedeutet, dass der Online-Shop und die Logistik dahinter von Libri kommt, fairbuch.de das bunt anmalt und Marketing dafür macht. Dadurch stehen mir als Kunde ein umfassendes Sortiment an eBooks, die Möglichkeit Tolino mit diesen eBooks zu nutzen und natürlich auch deren physisches Buch-Portfolio zur Verfügung.

Genauso macht es übrigens auch ecobookstore.de, die eine weitere, oft genannte Alternative darstellen und da die im gleichen Ökosystem sind, kann man mit einem Account bei beiden einkaufen. Wodurch ich mal den Regenwald, mal die Kindernothilfe unterstütze.

Aber was ist mit dem lokalen Buchhandel? Fragt sich der ein oder andere. Wie Eingangs geschrieben, für mich geht es um eine gute digitale Anbindung, entsprechend meiner Nutzung. Die Diskussion, ob nun das gedruckte Buch oder ein eBook-Reader besser sind, ist hanebüchen. Es gibt nicht nur die eine verpflichtende Art ein Medium zu nutzen, es geht ja um den Content darin, und so lange Bücher keine eingebaute Beleuchtung haben, mit der ich Abends im Bett lesen kann, ohne meine Freundin zu stören, wird das mit gedruckten Büchern und mir nichts!

Da es aber noch genug Koch- und Fotobücher gibt, wie das sehr gute Hamburg Cityscapes von Milan Horacek, sieht mich auch der lokale Buchhandel ab und an noch, außer Thalia!


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