Cambridge Analytica, WhatsApp Metadaten, schnüffelnde Smartphone-Apps… fast wöchentlich gibt es neue Vorfälle, die mit dem „Öl des 21. Jahrhundert“ zu tun haben und wie es ohne unsere Zustimmung gehoben wird.

Nicht nur Zuckerberg1 und der merkwürdige Nerd aus der IT-Abteilung kleben ihre Kamera ab, die Paranoia ist im Mainstream angekommen und das zweckentfremdete Post-it sieht man in der breiten Masse. Neben dem Klebezettel gibt es inzwischen auch schöne Lösungen. Schön heißt hier elegant, komfortabel und auf Dauer einsetzbar.

Spy-Fy ist vielleicht einer der Ersten, die sich mit Spyslide um den Durchschnitts-Paranoiden kümmern. Doch bevor Spy-Fy seine Produktionskette, nach erfolgreicher Kickstarter-Finanzierung, auf die Reihe bekommen hat, gab es schon Plagiate in den bekannten, fernöstlichen Shops. Grundsätzlich ist die Idee auch nicht so neu, dass man beim Spyslider von der ultimativen Innovation sprechen muss, aber sie ist sehr gut umgesetzt! Der Qualitätsanspruch von Spy-fy zwang die Macher auch zur verzögerten Auslieferung, da erst mit einem neuen Produzenten das gewünschte Ergebnis erreicht werden konnte.

Seit Mitte Juni werden die kleinen Schieber nun ausgeliefert und machen auf dem Gerät einen guten Eindruck.

Spy-Fy Spyslider

Schwarz ist nicht gleich Schwarz

Spy-Fy Spyslider

Dann doch lieber Kontrast

Wenn man es mit dem eigenen Datenschutz noch ernster meint, kann man tiefer in die Trickkiste greifen. Am PC sind Webcam und das Mikro über die BIOS-/ UEFI-Einstellungen deaktivierbar. Für Mac gibt es von einem Ex-NSAler eine Software2, die den Zugriff auf Kamera und Mikro überwacht und mitteilt, wenn z. B. Skype darauf zugreifen möchte und dies bei Bedarf verhindert.

Für Smartphones gibt es nur bedingt solche Lösungen. Entweder ist man einigermaßen mit Android Custom Roms bzw. dem rooten von Android Smartphones vertraut und sichert sich dann über Xposed und dem XPrivacy-Plugin3 ab. Oder man geht den absoluten Weg, mit dem im Januar 2019 erscheinenden Librem 5 von Purism4. Das Gerät lebt Privatsphäre bis ins kleinste Detail. Durch Hardware-Schalter sind Kamera, Mikro und Modem komplett deaktivierbar, aber auch das eigenentwickelte Betriebssystem ist durch seine Linux-Basis entsprechend auf Datenschutz ausgerichtet.

Der ultimative Weg ist: abschalten!

Spyslider im Spy-Fy Shop, ab 10 €


1 zeit.de „Kleb’s ab“
2 OverSight von Objective-See
3 XPrivacyLua
4 Purism Librem 5